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>> POREC-BAHN.

 

Die ca. 123 Kilometer lange Schmalspurbahn(76 cm) Triest-St.Andrä - Koper(Capodistria) - Porec(Parenzo) wurde im Jahr 1902 eröffnet und 1935 eingestellt. Im Volksmund wurde sie mit „Parenzana“ bezeichnet. Heute sind nur noch bauliche Reste übrig, welche zukünftig in einen internationalen Radweg(= „Weg der Gesundheit“) umgestaltet werden sollen.

Der Verlauf:

Copyright: Elmar Oberegger

Die geplante Verlängerung nach Süden zur Zweigbahn Kanfanar-Rovinj(= Pula-Bahn) blieb unrealisiert. Im Jahre 1903 hatte die Bahn folgende Stationen: TRIEST-ST.ANDRÄ, Monte Castiglione, Zaule, Muggia, Scoffie, Decani, Capodistria, Semedella, Isola, Strugnano, S.Lucia-Portorose, S.Bartolomeo, Sicciole, Salvore, Markovaz, Caldania, Buje, Tribano, Grisignane, Castagna, Piemonte, Portole, Bagni S.Stefano Levade, Montana, Caroiba, Raccotole, Visinada, Villanova, PARENZO.

Ihre Funktion lag keineswegs darin, eine Schnellverbindung zwischen Triest und Porec herzustellen, sondern vielmehr in der regionalen Erschließung. Für den Reisenden, der es eilig hatte, stand ja der Schiffsdienst Triest-Porec zur Verfügung, welcher schneller war.

Touristisch bedeutend war die „Paranzana“ bzw. „Poreska“ wegen der „schönen Landschafts- und Aussichtsbilder“, welche sie ermöglichte. Besonders reizvoll war die Fahrt zwischen Koper und S.Lucia. Im Reiseführer von Josef Rabl heißt es:

„Schön und interessant ist die Eisenbahnfahrt zwischen Capodistria und Sa. Lucia, einzig in Österreich durch die Nähe des Meeres; nur 2 m von demselben entfernt und ebenso hoch über demselben fährt man in zahlreichen Kurven gegen Isola. ‘Nichts behindert hier unsern Ausblick nach der wunderbaren blauen Adria, in der sich zahlreiche zweimastige Fischertrabakel, die mit leicht geschwellten buntbemalten Segeln ihre stille Bahn ziehen, mit voller Schärfe und aller Farbenpracht widerspiegeln. Es ist ein Bild von unsagbarer Schönheit und erhabener Ruhe, die selbst der Schrei einer Möve nicht stört. Und doch wie grauenerregend kann dieser Friede plötzlich verschwinden, wenn ein wilder Schirokko wütet und die fast schwarzen riesigen Wellen brüllend gegen das Ufer peitscht, daß sie aufbäumend hinanrauschen und ihren Schaum weit über die Waggondächer ans Land werfen. Dann ist die Fahrt längs dieser Küste gewiß auch äußerst interessant, aber behaglich mögen sich dabei doch nur einige Auserwählte fühlen`“.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden LKW und Autobus in der Abwicklung des regionalen Verkehrs immer bedeutender. Auch die Parenzana fiel dieser Entwicklung zum Opfer. Das große touristische Potential dieser Bahn wurde damals leider nicht erkannt.

Überrest eines Viadukts:

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Quellen:

OBEREGGER Elmar: Eisenbahngeschichte des österr. Küstenlandes. Ein Grundriß. -Sattledt 2007(Veröffentlichungen des Info-Büros für österreichische Eisenbahngeschichte 16).

RABL Josef: Illustrierter Führer auf der Tauernbahn und ihren Zugangslinien. -Wien/Leipzig 1906, S. 273.

ROSELLI Giulio: Cara Parenzana. -Trieste 1987.(mit vielen Fotos und Dokumenten!)

 

Copyright: Elmar Oberegger 2008.